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First Class nach Australien

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Hintergrund

Schon lange hatte ich eigentlich den Wunsch gehabt, einmal eine “wirklich lange” Reise in der First Class zu absolvieren. Zugegeben, eigentlich sind auch Reisen nach Ostasien ziemlich lang, aber Australien stellt demgegenüber natürlich noch einmal eine Steigerung dar. Bereits seit ca. 2 Jahren zeichnete sich ab, dass hier früher oder später eine Hochzeit in Madames Familie stattfinden würde, und Anfang 2023 wurde dann auch ein Termin im November bestätigt. Beste Gelegenheit also, meinen Wunsch endlich in die Tat umzusetzen, auch wenn das alles andere als günstig werden würde. Durch die vergangene Corona-Pandemie und der damit eingehergehenden starken Reiseeinschränkungen konnten wir jedoch einiges unseres eigentlich für diesen Zeitraum geplanten Reisebudgets ansparen, so dass es diesmal durchaus finanziell etwas teurer sein konnte.

Nun gibt es ja durchaus viele Wege, um (mit dem Flugzeug) nach Australien zu kommen – die meisten involvieren jedoch in irgendeiner Weise asiatische Fluggesellschaften, die zum Glück überwiegend noch über ein First Class-Angebot verfügen. Was es dann genau sein würde, ob beispielsweise mit vorderasiatischen Airlines wie Emirates, ostasiatischen wie Cathay Pacific oder Singapore Airlines, oder ob es am Ende gar ein Direktflug mit British Airways werden sollte, wollte ich ganz bewusst offen lassen und auf attraktive Angebote warten. Immerhin hat es einen gewissen Vorteil, wenn man fast ein Jahr Zeit für die Planung hat, und First Class-Reisen nach Australien sind auch bei überdurchschnittlichem Budget ohne preislich gute Flugangebote für Durchschnittspersonen wie mich praktisch nicht zu finanzieren.

Buchung

Flüge

Aufgrund der langen Vorlaufzeit von knapp 11 Monaten, die wir vor der tatsächlichen Abreise hatten war es natürlich sehr wahrscheinlich, dass in dieser Zeit irgendwann ein gutes Angebot einer der in Frage kommenden Fluggesellschaften auftauchen würde (obwohl auch “gute” Angebote in Richtung Australien selten Schnäppchen sind). Etwas ernüchtert musste ich jedoch feststellen, dass zumindest bei meiner ersten Recherche keinerlei attraktiven Angebote auffindbar waren. Fünfstellige Preise pro Person für Flüge nach Australien, selbst in First Class, sind mir dann doch zu teuer.

Zu meiner Überraschung konnte ich dann aber schon Ende Januar ein auf den ersten Blick mittelmäßiges Angebot der Lufthansa ab Mailand finden, das sich erstmals deutlich unter 10’000 Euro bewegte. Im Normalfall hätte ich hier noch nicht zugeschlagen, mir war aber aufgefallen, dass unter den vielen möglichen Verbindungen auch solche waren, bei denen alle Langstrecken (in diesem Falle Frankfurt-Singapur und Singapur-Sydney) von Singapore Airlines durchgeführt wurden und jeweils auch über eine First Class-Kabine verfügten. Da sagt man natürlich nicht nein (so “günstig” gibt es die Singapore Airlines First Class selten) – ein kleiner “Wermutstropfen” blieb dann am Ende doch, denn während die kürzere Strecke von Singapur nach Sydney und zurück mit einem A380 inklusive der inzwischen gar nicht mehr so neuen Suiten durchgeführt werden würden, käme auf den längeren Flügen zwischen Frankfurt und Singapur eine Boeing 777 zum Einsatz, die noch ein klassisches First Class-Produkt bietet. Das kam mir aber eigentlich gar nicht so unrecht, ergäbe sich so doch die Möglichkeit, beide Produkte miteinander vergleichen zu können (die ursprünglichen Suiten des Singapore Airlines A380 kannte ich von einem früheren Flug bereits).

Bequem nach Australien: Singapore Airlines Doppelsuite im Airbus A380

Unsere Route sollte somit von Mailand über Frankfurt und Singapore nach Sydney (und wieder zurück) führen. Als Zu- un Abbringer von Düsseldorf nach Mailand buchte ich dann auch direkt noch Flüge in SWISS Business Class (von Düsseldorf über Zürich nach Mailand) und Lufthansa Business Class (von Mailand über München nach Düsseldorf), was mir auch noch ein paar dringend benötígte Meilen für die voraussichtlich letzte Verlängerung meines Senator-Status bei Miles and More einbringen würde (andernfalls könnte man die Strecke auch mit Eurowings direkt fliegen, was aber weniger Meilen einbrächte, teurer wäre und meiner Abneigung gegenüber Fluglinien wie Eurowings zuwidergelaufen wäre).

Nun mussten wir aber eigentlich ja nicht nach Sydney, sondern nach Adelaide, wo die Hochzeit, die ja überhaupt erst Anlass der Reise war, stattfinden sollte. Entsprechende Angebote von Qantas waren mit ca. 1000 Euro pro Person in der Business Class für einen nur je knapp 2 Stunden dauernden Hin- und Rückflug horrend teuer, jedoch lassen sich vor allem kürzere Flüge mit Airlines der Oneworld-Allianz recht günstig mit British Airways-Meilen buchen, von denen ich noch ausreichend zur Verfügung hatte. Prämienverfügbarkeiten für zwei Personen konnte ich leider nur für den Flug von Sydney nach Adelaide finden, so dass ich für den Rückflug andere Optionen in Betracht ziehen musste. Hier drängte sich natürlich, auch angesichts der relativ wenigen Fluggesellschaften, die in einem so von Flügen abhängigen Land wie Australien operieren, ein Flug mit Virgin Australia auf. Tatsächlich hielten sich die Preise im Vergleich mit Qantas äußerst in Grenzen (aufgerufen wurden bei so frühzeitiger Buchung nur knapp 250 Euro pro Person für die einfache Strecke), und so buchte ich den Hinflug von Sydney nach Adelaide als British Airways-Prämienticket mit Qantas, während der Rückflug ein bar bezahltes Ticket mit Virgin Australia wurde. Auch würde mir dies die Gegelenheit verschaffen, die zwei Produkte unmittelbarer Wettbewerber miteinander zu vergleichen.

First Class Lounge: Singapore Airlines The Private Room

Hotels

Aufgrund unseres frühen Abflugs in Mailand war klar, dass hier eine Übernachtung erforderlich sein würde. Das einzige Hotel, das direkt am Flughafen liegt (für die übrigen Flughafen-Hotels muss man entweder ein gutes Stück laufen oder mit einem Shuttlebus fahren), ist das Sheraton, das (ähnlich wie die Hilton-Hotels am Flughafen in Frankfurt) oberhalb des Flughafenbahnhofs liegt und ohne das Gebäude zu verlassen vom Flughafenterminal erreichbar ist. Obwohl ich ja nach einigen sehr enttäuschenden Erlebnissen überhaupt kein Fan von Marriott-Hotels bin, habe ich hier in den sauren Apfel gebissen, der Bequemlichkeit stattgegeben und das Sheraton gebucht. Aufgrund der nicht so prickelnden gastronomischen Situation am Flughafen (hier gibt es praktisch ausschließlich Fast Food und Systemgastronomie) habe ich mich dann direkt auch für ein Zimmer mit Club Lounge-Zugang entschieden, da diese in diversen Rezensionen recht positiv bedacht wurde und uns die Möglichkeit geben würde, noch eine Kleinigkeit zu essen, bevor es dann früh ins Bett geht.

Für die fünf Nächte in Sydney wären aufgrund ihrer Lage sowohl das Hyatt als auch das Hilton in Frage gekommen, wobei letzteres eine etwas günstigere Rate anzubieten hatte (Hotels in Sydney sind offenbar ganz grundsätzlich nicht wirklich günstig, mit über 200 Euro pro Nacht ist hier in zentraler Lage durchaus zu rechnen). Darüber hinaus hatte ich mangels Gelegenheit zuvor nie das Vergnügen, ein Hotel der Hilton-Kette auszuprobieren, so dass die Entscheidung, hier eine Executive Suite, ebenfalls mit Lounge-Zugang, zu buchen nicht allzu schwer fiel.

In Adelaide ist die Intercontinental Hotel Group seit kurzer Zeit mit einem noch recht neuen Hotel Indigo in zentraler Lage vertreten. Da es bei Indigo um Madames bevorzugte Hotelmarke handelt, war auch hier keine lange Diskussion erforderlich, und eine King Suite mit Balkon war (zu einem im Vergleich zu Sydney erstaunlich günstigen Tarif) schnell gebucht. Da es hier keine Club Lounge gibt, haben wir uns auch direkt für ein Angebot mit inbegriffenem Frühstück entschieden.

Blieb also zuletzt noch die Wahl eines Hotels für die letzte Nacht in Sydney vor unserer Rückreise aus Australien, und zufällig sollte dieser Tag auch noch Madames Geburtstag sein. Hier musste dann natürlich etwas Besonderes her. Bei meiner Recherche über Hotels in Sydney war ich über das im Jahr 2022 eröffnete Luxushotel Crown Towers gestolpert. Dass sich dieses Hotel auch noch unter Anrechnung des jährlichen Reiseguthabens und mit zusätzlichen Vorteilen (kostenloser Flughafen-Transfer, gratis Frühstück etc.) über American Express buchen ließ war dann am Ende auch dafür ausschlaggebend, dass ich auch hier nicht lange gezögert und eine Executive Suite als “krönenden” Abschluss unserer Reise gebucht habe, obwohl ein regulärer Preis von knapp 800 Euro eigentlich meine übliche Schmerzgrenze für Hotelnächte deutlich überschreitet.

1 Barangaroo Avenue, hier befindet sich das Crown Sydney

Was euch erwartet

Neben den kurzen, innereuropäischen Zubringer-Verbindungen mit SWISS und der Lufthansa in Business Class werde ich natürlich insbesondere über die First Class-Langstrecken auf Singapore Airlines berichten. Dazu gesellt sich dann noch der direkte Vergleich zwischen Qantas und Virgin Australia auf der inneraustralischen Kurzstrecke, ebenfalls in Business Class, zwischen Sydney und Adelaide, und auch die im Zuge dieser Reise besuchten Hotels werden nicht zu kurz kommen: Hier dürft ihr euch auf das Sheraton Malpensa Airport, das Hilton Sydney, das Hotel Indigo Adelaide Markets und zu guter Letzt auf das Crown Towers Sydney freuen. Auf Berichte über die Abbringer-Flüge Frankfurt-Mailand-München-Düsseldorf mit Air Dolomiti und Lufthansa werde ich jedoch aller Voraussicht nach verzichten, da sich das grundsätzliche “Erlebnis” hier nicht von anderen innereuropäischen Kurzstreckenflügen unterscheidet.

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