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Nach unserer Ankunft aus Hongkong am frühen Morgen und dem Passieren der Transit-Sicherheitskontrolle hatten wir noch etwa vier Stunden Aufenthalt am Flughafen Istanbul, die wir zunächst in der Turkish Airlines Business Lounge verbringen wollten. Diese Lounge wird regelmäßig für ihre große Auswahl an frisch zubereiteten Speisen gelobt, Kritik gibt es vor allem für die regelmäßige Überfüllung, die hier zu erwarten ist. Wie es uns dort ergangen ist, erfahrt ihr im folgenden Bericht.
| Informationen zur Lounge | |
| Besuchszeitpunkt | November 2025 |
| Flughafen | Istanbul Airport (IST/LTFM) |
| Name | Turkish Airlines Lounge Business |
| Lage | Hauptgebäude, nach Sicherheit und Passkontrolle |
| Zugang | Turkish Airlines Business Class Ticket |
Lage
Die beiden Turkish Airlines Lounges, eine für Business Class-Gäste und eine für Statuskunden, liegen auf der Galerie des Flughafen-Hauptgebäudes an der Wurzel der drei Terminal-Ausleger, recht zentral auf der der Straßenseite abgewandten Seite des Gebäudes. Obwohl beide Lounges direkt nebeneinander liegen, befinden sich die Zugänge an den gegenüberliegenden Enden der Lounges (was für mich irgendwie auch wenig Sinn macht) und sind nicht ganz einfach zu finden. In einem unscheinbaren Durchgang zwischen mehreren Duty Free-Läden auf Höhe von Gate E1 führen Rolltreppen nach oben auf die Galerie-Ebene und zur Rezeption der Business Class Lounge.

Dort findet man eine üppig dimensionierte Vereinzelungsanlage mit automatischer Zugangskontrolle zur Lounge und einen kleinen Informationsschalter vor – interessant ist, dass die Bordkarten hier nicht nur beim Betreten, sondern auch beim Verlassen der Lounge gescannt werden müssen.

Ausstattung
Die gesamte Lounge ist grob in drei unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Betritt man die Lounge vom Eingang her, findet man linker Hand einen Arbeitsbereich, eine Schließfachanlage für Gepäck und zum Laden von Mobiltelefonen und die Rezeption für Duschen und private Ruheräume.



An den Duschen herrschten bei unserem Besuch Wartezeiten von mehreren Stunden, da die Lounge frühmorgens gegen 7 Uhr berstend voll war. Leider wurden dabei die Gepäckschließfächer kaum genutzt und das Gepäck stattdessen mit in die Lounge genommen, was die ohnehin schon extrem beengten Platzverhältnisse dort noch massiv verschärft hat (aber dazu später mehr).
Wendet man sich vom Eingang hingegen nach rechts, landet man zunächst im Speise-Bereich. Dieser ist mit Bistrotischen und einigen Live Cooking-Stationen in der Raummitte ausgestattet.

Hinter diesem öffnet sich der Raum hin zum Terminal, hier findet man einen klassischen, unterschiedlich möblierten Lounge-Bereich, von dem aus man einen Überblick über die vielen Duty Free-Shops im Terminalgebäude hat und von wo aus die Lounge auch ein wenig Tageslicht erhält.


Wie auf den Bildern zu erkennen war die Lounge bis an ihre Kapazitätsgrenze gefüllt (obwohl ich die Bilder erst aufgenommen habe, als sich die Lounge bereits wieder etwas geleert hatte), so dass es fast unmöglich war, einen Sitzplatz zu ergattern. Insbesondere in der Raummitte waren die auf den Bildern zu sehenden, merkwürdigen weißen Sessel so dicht angeordnet, dass man beim Passieren des Bereichs über die Beine und zahlreichen Gepäckstücke der anderen Gäste steigen musste. Ich hatte ohnehin den Eindruck, dass sich einige Bereiche der Lounge in Renovierung befanden (oder ganz geschlossen wurden), denn einige der in anderen Rezensionen erwähnten Sitzplatzbereiche konnte ich nirgendwo entdecken. Stattdessen zog sich entlang der gesamten Innenseite der Lounge eine Wand, die für mich wie ein Baustellen-Provisorium wirkte und vermutlich Teile der Lounge absperrte. Dazu wirkten einige der im Lounge-Bereich aufgestellten Buffets ebenfalls provisorisch, so beispielsweise die dort befindliche Kaffee- und Tee-Bar, vor der sich kontinuierlich lange Schlangen befanden.
Steckdosen sind hier ebenfalls Mangelware, diese befinden sich in sehr unregelmäßigen Abständen unter Klappen im Boden und es ist Glückssache, wenn man einen Sitzplatz in der Nähe einer Steckdose ergattern kann.
Es war während unseres Besuchs durchgängig so voll in dieser Lounge, dass ich leider nicht wirklich viele Bilder der Ausstattung machen konnte. Man saß dicht an dicht, und wirklich überall gab es lange Schlangen – davon war selbst das Herren-WC nicht ausgenommen. Insgesamt war es dabei auch überaus unruhig, und mir ist der Gedanke gekommen, dass diese Lounge auch dann, wenn sie nicht überfüllt ist, kein unbedingt angenehmer Ort zum Verweilen ist, weil alles viel zu beengt wirkt. Immerhin wurde sehr zügig und regelmäßig abgeräumt.
Zwischen Speise- und Lounge-Bereich findet man jedoch noch einen kleinen Fernseh-Bereich mit unterschiedlichen, parallel ausgestrahlten Programmen, für die auch kabellose Kopfhörer zur Nutzung bereit liegen.

Der nebenan liegende Ausstellungs-Bereich, in dem wechselnde Exponate zu verschiedenen Themen präsentiert werden, war bei unserem Besuch ebenfalls wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Im Toilettenbereich, der komplett räumlich getrennt vom Duschbereich ist (und der nicht ganz einfach zu finden ist, liegt er doch recht unauffällig zwischen Eingang und Speisebereich) wird dabei an einem Schalter auch ein Bügelservice angeboten, wobei ich mich gefragt habe, warum man den nicht in den Duschbereich gepackt hat, wo er sicherlich sinnvoller nutzbar wäre.
Verpflegung
Speisen
Was in der Turkish Airlines Business Lounge direkt ins Auge fällt ist die große Anzahl von Live Cooking-Stationen. In der Mitte des Speisebereich finden sich zwei kioskartige Konstruktionen, die über jeweils vier Ausgaben für Speisen, die dort hinter Glas frisch zubereitet werden, verfügen. Leider waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs (wir waren wie gesagt am frühen Morgen dort) nur drei davon überhaupt geöffnet, die jeweils ein Gericht angeboten haben. Da sich auch hier lange Schlangen davor befanden, habe ich davon abgesehen, mir hier etwas zu Essen zu holen.

Hinter den beiden Live Cooking-Kiosken befindet sich eine Auswahl an Mezze, die zwar optisch recht spektakulär daherkommt, letztlich aber auf beiden Seiten die gleiche Auswahl präsentiert (was auch notwendig ist, sonst käme es auch hier zu Schlangenbildung).

Zwischen Speise- und Lounge-Bereich findet man dann noch eine Bäckerei, in der allerlei Brotsorten frisch zubereitet werden. tatsächlich war dies die einzige Kochstation, vor der sich nicht kontinuierlich lange Schlangen befanden, allerdings wurden die fertigen Backwaren auch nicht einzeln an die Gäste ausgegeben, sondern in Körben auf der Theke angeboten.

Zu guter Letzt befanden sich ebenfalls zwischen Lounge- und Speisebereich diverse kleinere Buffets, die u.a. Süßspeisen und Knabbergebäck anboten.




Insgesamt wirkte die Auswahl an Speisen in der Lounge (zumindest gesetzt den Fall, dass wirklich alle Live Cooking-Stationen geöffnet und besetzt sind) überdurchschnittlich. Aufgrund des hohen Andrangs am Live-Cooking habe ich dann jedoch nur eine Auswahl von Mezze vom Buffet und eine der frischen Backwaren probiert, deren Qualität einwandfrei war. Schade fand ich nur, dass insbesondere aufgrund der hohen Auslastung der Lounge nicht alle Kochstationen besetzt waren (selbst wenn man hier nur die gleichen Gerichte angeboten hätte), denn das hätte die langen Wartezeiten dort sicherlich abgemildert.
Getränke
Getränketechnisch wurde aus mehreren offenen Kühlschränken über die Lounge verteilt eine Auswahl an Softdrinks aus Dosen angeboten.

Etwas versteckt in kleineren Kühlschränken neben den Live Cooking-Kiosken gab es darüber hinaus auch eine einzige Sorte lokalen Dosenbiers.

Abschließend befand sich im Übergang zwischen Speise- und Loungebereich auch ein einzelner Wagen, der mehrere Sorten Wein anbot. Andere alkoholische Getränke, insbesondere Spirituosen, wurden zumindest zur frühen Stunde unseres Besuchs nicht offeriert, und andere Rezensionen legen nahe, dass es solche auch am Abend nicht gibt.

Während der angebotene Wein am frühen Morgen natürlich kaum angerührt wurde, kann ich mir vorstellen, dass die Flaschen ab dem späten Nachmittag sehr schnell vergriffen sind.
Fazit
Unser Besuch war schon allein aufgrund der gnadenlosen Überfüllung der Lounge nicht wirklich angenehm. Während die Auswahl an Speisen sowohl qualitativ und zumindest potentiell auch quantitativ überzeugen kann, bewegt sich die Getränkeauswahl eher auf mittelmäßigem Niveau. Dabei macht die enge Bestuhlung insbesondere im Lounge-Bereich schon grundsätzlich keinen Spaß, wenn dann auch noch fast alle Plätze belegt und die Gänge mit Gepäck zugestellt sind, hält man es hier wirklich kaum aus. Aus diesem Grund haben wir, sobald sich das Zeitfenster zum Besuch der vom Flughafenbetreiber bewirtschafteten Contract-Lounge (derartige Lounges erlauben den Besuch, so auch hier, in der Regel erst ab 3 Stunden vor Abflug) geöffnet hat, die Turkish Airlines Business Lounge fast schon fluchtartig verlassen und sind in die iGA-Lounge gewechselt. Vorher hatten wir bereits andere Gäste in der Turkish Airlines Lounge darüber diskutieren hören, dass sie diese Lounge als besser wahrgenommen hätten, und tatsächlich waren dort eigentlich alle Aspekte, mit Ausnahme der Speisen, deutlich besser gelöst.
Wer sich bei einem längeren Aufenthalt am Flughafen Istanbul auf eine angenehme Wartezeit in der Turkish Airlines Lounge freut, wird meinen Erfahrungen nach jedenfalls bitter enttäuscht. Reisenden, die über eine Lounge-Mitgliedschaft (wie Priority Pass) verfügen, würde ich daher empfehlen, lieber gleich die iGA-Lounge aufzusuchen.
Was andere denken
- Review: Turkish Airlines Business Class Lounge Istanbul (IST) auf frankfurtflyer.de
- Review: Turkish Airlines Lounge Istanbul auf reisetopia.de