Mit Corona wurden die Airline-Lounges im „Terminal“ 1 des Stuttgarter Flughafens (zwei Lufthansa-Lounges, je eine British Airways und Air France Lounge sowie die Contract Lounge „Elli Beinhorn“) im Jahr 2020 geschlossen. Als es eigentlich wieder an der Zeit war, die Lounges wiederzueröffnen, stellte man fest, dass sich inzwischen die Brandschutzauflagen geändert hatten und man die Lounges zunächst nicht wiedereröffnen konnte. In dieser Zeit konnten Fluggäste nur auf die airporteigene Vertragslounge „Airport Lounge“ (aka. The Aviator Gallery) zurückgreifen, die aber für Lufthansa-Fluggäste weitestgehend verschlossen blieb und auch nicht Mitglied eines Lounge-Programms wie Priority Pass ist.
Zum Jahreswechsel 2025 wurden nun endlich die beiden Lufthansa-Lounges renoviert wiedereröffnet; hierbei kam die neue „Allegris“-Gestaltung zum Einsatz. Somit handelt es sich bei diesen beiden Lounges um die ersten Allegris-Lounges in Deutschland – um so gespannter war ich, als ich die Senator-Lounge an einem Sonntagnachmittag im April erstmals besuchen konnte. Meine Eindrücke schildere ich im folgenden Bericht.
| Informationen zur Lounge | |
| Besuchszeitpunkt | April 2026 |
| Flughafen | Flughafen Stuttgart Manfred Rommel (STR/EDDS) |
| Name | Lufthansa Senator Lounge |
| Lage | Abflugbereich 1, nach der Sicherheit |
| Zugang | Lufthansa Senator-Status |
Lage
Die Lufthansa-Lounges Stuttgart liegen im Abflugbereich 1 des Flughafens auf Höhe von Gate 173 in der Ebene oberhalb des Hauptkorridors des luftseitigen Bereichs (an der gleichen Stelle wie die vorherigen Lounges, in denen ich vor der Schließung viele Stunden verbracht habe).


Auf der oberen Ebene angekommen (es gibt sowohl einen Treppenaufgang als auch einen Aufzug, der sich jedoch an einer anderen Stelle, nämlich auf Höhe von Gate 310, befindet) steht man zunächst in einem Korridor. Wendet man sich hier von der Treppe aus nach links, zweigen von diesem links die Waschräume (dazu gleich mehr) und rechts die zentral zwischen beiden Lounges gelegene Rezeption ab.

Ein kleiner Tipp am Rande, für diejenigen, die in näherer Zukunft am Flughafen Manfred Rommel abfliegen: Die Fasttrack-Sicherheitskontrolle im Abflugbereich 2 verfügt als einzige in Stuttgart noch nicht über CT-Scanner, so dass es sinnvoll sein kann, je nach Andrang die vollständig CT-ausgerüsteten regulären Kontrollen in den Bereichen 1 oder 3 zu nutzen.
Ausstattung
Die erstaunlich kleinen Lounges (ich habe den Eindruck, als seien sie noch etwas kleiner als die ursprünglichen Lounges, das kann aber auch an der neuen Raumgestaltung liegen) schmiegen sich beiderseits um die zentrale Rezeption, hinter der sich auch die Küche für beide Lounges befindet. Dabei haben Senator- und Business Lounge die Plätze getauscht, zur SEN-Lounge geht es an der Rezeption jetzt nach links, zur Business Lounge nach rechts.
Betritt man die Senator-Lounge von der Rezeption aus, so steht man zunächst in einem kleinen, offenen Bereich, in dem sich rechter Hand das Getränkebuffet, links einige Sitzgelegenheiten befinden. Abgeschlossen wird dieser Bereich durch eine Barista-Bar, die bei meinem Besuch aber nicht besetzt war.


Zur Fensterseite hin findet man dann zunächst einen halbhoch abgetrennten Bistro-Bereich mit Tischen für zwei Personen sowie Bänken entlang der Raumtrenner, bevor dahinter ein klassischer Lounge-Bereich mit Sesseln beginnt. Jeweils zwei Sessel teilen sich dabei einen kleinen, mit einer Leuchte und Induktionsladepads ausgestattete Abstelltische, wobei die Leuchte nur Pro-Forma-Charakter hat, da sie kaum Licht abgibt. Diese Tische sind auch jeweils mit zwei Schuko-Steckdosen mit integriertem USB C-Ladeport ausgestattet.



Am Ende des Raums hinter der Kaffeebar befinden sich drei verschließbare Telefonkabinen, auf der anderen Seite findet man entlang des Fensters einen Arbeitsbereich an einem hohen Tresen, der mehr oder weniger den einzigen Sitzplatzbereich in dieser Lounge darstellt, von dem aus man einen ungehinderten Blick auf das Vorfeld hat.



Entlang der Seitenwand der Küche befindet sich das Speisenbuffet, während der Raum hinter der Küche auf der Fensterseite noch drei semiprivate Abteile mit Esstischen bietet, in denen jeweils 2 bis 3 Personen Platz finden.



Wie man auf den Bildern schon erkennen kann, war in der gesamten Lounge bei meiner Ankunft trotz einer recht niedrigen Belegung (es befanden sich etwa 15 Personen hier) nicht abgeräumt, auf praktisch allen Tischen stapelte sich das benutzte Geschirr. Die einzige Abräumkellnerin in der Lounge war dabei auch alles andere als zügig, denn auch eine Stunde nach meiner Ankunft (die Lounge hatte sich noch weiter geleert) hatte sich hieran nicht nennenswert etwas geändert. Erst als die Lounge nach gut zwei Stunden gegen 17 Uhr etwas voller wurde, wurde auch einmal in der hintersten Ecke der Lounge, wo sich das Geschirr inzwischen massiv stapelte, abgeräumt. Immerhin war das Personal dabei äußerst freundlich.

Die Lounge selbst verfügt gebäudebedingt nicht über eigene Waschräume. Diese befinden sich gegenüber der Rezeption auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges. Diese wurden zwar auch neu gefliest, weisen aber nach wie vor die unspektakuläre Optik von Flughafentoiletten auf. Duschmöglichkeiten gibt es hier selbstredend nicht.

Verpflegung
Trotz des beworbenen „Allegris“-Konzepts konnte ich hinsichtlich der Verpflegung keine nennenswerten Unterschiede zu anderen Senator Lounges entdecken. In der ursprünglichen Senator Lounge Stuttgart hatte ich immer den Eindruck, dass man ein besseres Angebot als in anderen Lounges böte, dies war nunmehr aber nicht mehr der Fall.
Speisen
Speisentechnisch wurde an einem späten Sonntagnachmittag neben einer kleinen Auswahl an Kuchen an der Barista-Bar auch ein kleines Salatbuffet, eine Suppe, je eine warme und kalte Süßspeise sowie zwei warme Hauptgerichte präsentiert.


Gerade die Hauptgerichte sahen bei meiner Ankunft aus, als stünden sie bereits seit dem späten Vormittag auf dem Buffet und wirkten alles andere als appetitlich. Die Hauptspeisen wurden zwar später aufgefüllt, begannen aber umgehend auch wieder zu vertrocknen. Hier hätte man vielleicht Töpfe mit Deckeln wählen sollen.

Getränke
Bei den Getränken wurde die übliche Auswahl an Wein, Bier (Franziskaner und Spaten vom Fass), Softdrinks und Spirituosen angeboten, ohne dass ich ein nennenswertes Highlight hätte entdecken können.


Das Angebot einer Barista-Bar, analog dem Lufthansa Senator Café München oder der Lufthansa Lounge Mailand ist dabei nett, hilft aber nicht viel, wenn die Bar personell nicht besetzt ist.

Fazit
Die neue Lufthansa Senator Lounge Stuttgart ist für meine Begriffe ein wenig enttäuschend. Während die neue Innenarchitektur durchaus zu gefallen weiß und alle wesentlichen Ausstattungsmerkmale einer Senator Lounge vorhanden sind, ließ insbesondere der Service beim Abräumen und die magere und unappetitliche Buffet-Präsentation einiges zu wünschen übrig. Hier sind dringend Verbesserungen angeraten, denn ich erinnere mich, dass der Service in den alten Lufthansa-Lounges immer sehr zügig und engagiert war.
Was andere denken
- Review: Lufthansa Senator Lounge Stuttgart auf meilenoptimieren.com
- Lufthansa Senator Lounge, Flughafen Stuttgart auf bettysvacation.com