Zum Inhalt springen
Startseite » Andaz München Schwabinger Tor

Andaz München Schwabinger Tor

Schlagwörter:

Für ein verlängertes Wochenende kurz vor Weihnachten, während dessen wir einige Freunde in München besuchen wollten, benötigten wir eine Unterkunft für zwei Nächte. Da mir noch eine Nacht für den Hyatt Discoverist-Status fehlte, sollte es bevorzugt ein Hotel aus dem World of Hyatt-Portfolio sein. Hier kam mehr oder weniger nur das Andaz Schwabinger Tor in Frage, das zwar nicht wirklich zentral gelegen ist, sich dafür aber in der Gegend, in der einige der besuchten Personen leben, befindet. Andaz ist dabei Hyatts gehobene Lifestyle-Marke und konkurriert als solche beispielsweise mit den W Hotels von Marriott oder auch der Marke Kimpton seitens IHG.

Gebucht haben wir das ganze über das Buchungsportal von American Express, da wir so auch das vom Verfall bedrohte Reiseguthaben in Höhe von 200 Euro für das Jahr 2025 nutzen konnten. Bei der Buchung über Amex zahlt man zwar geringfügig mehr als wenn man eine Prepaid-Rate direkt beim Hotel bucht, erhält im Gegenzug aber Vorteile wie ein eventuelles Upgrade, kostenfreien Late Check Out, inkludiertes Frühstück und ein Verzehrguthaben in Höhe von 100 USD.

Wie uns unsere erste Erfahrung mit der Marke Andaz gefallen hat und ob sich das ganze gelohnt hat, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Informationen zum Hotel
BesuchszeitpunktDezember 2025
NameAndaz München Schwabinger Tor
AnschriftLeopoldstraße 170, 80804 München, Deutschland
Zimmertyp1 King Bett mit Gartenblick
Dauer des Aufenthalts2 Nächte
Inkludierte LeistungenFrühstück

Lage und Umgebung

Lageplan des Andaz München Schwabinger Tor (openstreetmap.org)

Das Andaz München liegt an der Leopoldstraße im Stadtteil Schwabing, nördlich der Innenstadt und unweit des Englischen Gartens. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Hotel zwar angebunden – die Straßenbahn und mehrere Buslinien halten direkt vor dem Hotel, zur den U-Bahn-Haltestellen Münchner Freiheit (Linien U3 und U6 zur Innenstadt) und Scheidplatz (Linie U2 zum Hauptbahnhof) muss jedoch zunächst mit Bus oder Tram gefahren werden, alternativ geht das aber auch in ca. 10 Minuten zu Fuß. Wer vom oder zum Flughafen reist, nutzt idealerweise den Lufthansa Express Bus, der von der ebenfalls ca. einen Kilometer entfernten Haltestelle Nordfriedhof abfährt (dorthin muss man vom Hotel jedoch zu Fuß laufen) und den Flughafen tagsüber im 20-Minuten-Takt anbindet. Dieser Bus ist mit einer Fahrzeit von einer knappen halben Stunde und einem Fahrpreis von 12 Euro pro Person (das Deutschlandticket wird anerkannt) nicht nur schneller, sondern auch günstiger als die S-Bahn.

Außenansicht des Hotels

Das Andaz München Schwabinger Tor liegt dabei inmitten eines Neubau-Wohngebiets, in dem alle Güter des täglichen Bedarfs erhältlich sind. Neben mehreren Discounter-Supermärkten (Netto, Lidl) findet man auch einen Edeka Express und einen dm Markt unweit des Hotels. Und obwohl die Zeiten von Heinz Winkler oder gar Eckart Witzigmann längst vergangen sind, befindet sich mit dem Tantris auch eines der prestigeträchtigsten Gourmet-Restaurants in Deutschland unmittelbar um die Ecke.

Öffentliche Bereiche

Betritt man das Hotel von der Straße aus, findet man in der geräumigen Lobby zunächst drei Rezeptionsschalter. Hier kann es gerade zur Check-In- und Check-Out-Primetime durchaus voll werden und zu Wartezeiten kommen. Unglücklicherweise sind die Rezeptionstresen zwar mit jeweils zwei Arbeitsplätzen ausgestattet, jedoch liegen diese so dicht beieinander, dass ein gleichzeitiges Bedienen zweier Gruppen praktisch nicht möglich ist. Auch war die in diesem Bereich abgespielte Hintergrundmusik so laut, dass man sich an der Rezeption schlecht verstand. Die Lobby selbst ist dabei mit diversen Kunstinstallationen ausgestaltet, darunter eine Plastik einer überdimensionalem Brezel und diversen auf die Wandverkleidung aufgestickten Zitaten natürlicher (z.B. Wassili Kandinski) oder fiktiver (z.B. Franz Münchinger aka. Monaco Franze) Personen. Hinter der Rezeption befindet sich zunächst eine Lobby-Bar, dahinter schließt sich der Tagungsbereich an.

Die Lobby im Andaz München Schwabinger Tor

Direkt beim Betreten aufgefallen ist mir das Parfum, mit dem die Lobby aromatisiert wird – hier handelt es sich um das gleiche Aroma, das auch im Crowne Plaza Hongkong zum Einsatz kommt (und somit keineswegs einzigartig ist). Wie von einem Hotel dieser Ausrichtung zu erwarten, ist die Gestaltung zwar recht modern, mitunter aber auch etwas gezwungen überkandidelt (aber dazu später mehr) – dies traf bei unserem Besuch aber auch auf diverse andere Gäste zu, insbesondere beim Frühstück hatte ich mitunter den Eindruck, als sei man teils erheblich overdressed.

Die Korridore des Hotels präsentieren sich dabei hinreichend modern aber weitgehend schnörkellos, die Orientierung ist jedoch nicht ganz einfach; das Andaz München Schwabinger Tor besteht (ähnlich wie z.B. das Maritim Stuttgart) aus zwei getrennten Gebäuden, der Übergang ist nur in der 5. Etage möglich. Ich stelle es mir ein wenig umständlich vor, wenn man für ein Zimmer in der 2. Etage des Nebengebäudes zunächst im Hauptgebäude in die 5. Etage fahren, das Gebäude wechseln und dann im Nebengebäude runter auf die 2. Etage fahren muss. Das Nebengebäude hat zwar einen separaten Eingang, dieser ist von außen jedoch nicht zu öffnen, einen Sensor für Zimmerkarten konnte ich nicht entdecken.

Auffällig war im gesamten Hotel hinsichtlich der Gestaltung, dass teilweise exzessiv auf raumhohe Spiegel gesetzt wurde. Sowohl in den Zimmern als auch in anderen Bereichen des Hotels befanden sich an allen möglichen und unmöglichen Stellen solche großflächigen Spiegel, was insbesondere in den Lobby-Waschräumen durchaus zu einer erschwerten Orientierung führte (mal abgesehen davon, dass der Waschbereich des Lobby-WCs dadurch ein wenig wie der Showroom eines Küchenbauers wirkte). Für meine Begriffe hätte man sich hier ein wenig mehr zurückhalten sollen.

Das übertrieben mit Spiegeln ausgestattete Lobby-WC

Wellness und Pool

Das Andaz München Schwabinger Tor lässt sich durchaus als Wellness-Hotel bezeichnen; auf der fünften Etage des Hauptgebäudes (sowie auf dessen Dach) befindet sich ein für ein Hotel recht geräumiger Wellness-Bereich mit einem Fitnessraum, einem Sauna-Bereich und einem Swimming Pool. Darüber hinaus sind im Wellness-Bereich auch kostenpflichtige Anwendungen buchbar, die sich preislich im üblichen gehobenen Segment bewegen.

Grundriss des Wellness-Bereichs

Ausgestattet ist der Wellness-Bereich mit sehr geräumigen Umkleiden für Herren und Damen (letztere auch mit einer eigenen Sauna und einem eigenen Dampfbad), hier befinden sich auch Spinde, für die man die RFID-Armbänder an der Rezeption des Wellnessbereichs (gegen Hinterlegung der Zimmerkarte) erhält. Als wir dort aufgeschlagen sind, schaute man uns zunächst ein wenig verdutzt an, da man offenbar nicht erwartet hätte, dass Hotelgäste in Straßenkleidung hier erscheinen (Zitat: „Ach, hier ist es üblich, dass die Gäste schon im Bademantel von den Zimmern kommen“) – da ich aber wie schon öfters geschrieben kein Fan davon bin, im Bademantel über Hotelkorridore zu schleichen, konnten wir uns dann in der Umkleide umziehen und die dortigen Spinde nutzen.

Auffällig war, insbesondere im direkten Vergleich mit den Angeboten, die wir auf unseren Asien-Reisen erlebt haben, das vollkommene Fehlen irgendwelcher Amenities im Umkleidebereich – hier fanden sich nicht einmal Vanity Kits, die sonst eigentlich selbst in Europa zum Standard in Hotel-Umkleidebereichen gehören.

Verlässt man die Umkleiden, so findet man sich zunächst in einer Art Foyer wieder. Hier führt eine Treppe eine Etage nach oben auf das Dach zum Swimming Pool, außerdem gehen von hier aus die Türen zu zwei Ruheräumen des Saunabereichs ab. In diesem Bereich werden auch zwei Sorten aromatisierten Wassers zur freien Verfügung gestellt.

Vom Saunabereich selbst habe ich keine Bilder gemacht, da dieser zumindest fakultativ textilfrei ist (die Hausordnung auf der Webseite des Hotels spricht davon, dass die Saunen wahlweise mit oder ohne Badebekleidung betreten werden können, der Aushang im Saunabereich selbst fordert jedoch zu textilfreiem Saunieren auf). Hier findet man im Kreis angeordnet ein Dampfbad, eine Bio-Sauna (60°) mit Aufgussautomatik und eine finnische Sauna (90°) mit einem Aufgusseimer – welcher Idiot jedoch einen Eimer mit Metallhenkel für eine 90-Grad-Sauna gewählt hat, bleibt mir ein Rätsel. Ebenfalls im Saunabereich befinden sich einige Duschen und eine Eismaschine, es fehlen jedoch saunatypische Abkühlmöglichkeiten wie beispielsweise ein Tauchbecken. Ebenfalls war im Saunabereich und in den angrenzenden Ruheräumen ein merkwürdiger Brummton deutlich hörbar, der fast so klang, als schere man im Raum nebenan ein Schaf.

Auf dem Dach des Hotel-Hauptgebäudes befindet sich der nicht besonders große Swimming Pool (auch hiervon habe ich keine Bilder gemacht, da dieser Bereich durchgängig sehr voll war), der neben dem eigentlichen Poolbecken auch einige Ruheliegen und ein Bistro beinhaltet. Rundheraum können im Sommer auch die Glastüren geöffnet werden, dann erweitert sich der Poolbereich um eine umlaufende Dachterrasse mit weiteren Sitz- und Liegemöglichkeiten. Dieser Bereich wirkte bei unserem Besuch im Winter jedoch sehr kahl und wenig einladend – ebenso wie der Pool selbst, der aus einer Edelstahl-Konstruktion besteht. Innerhalb des Pools befinden sich, aus einer ebenfalls edelstählernen Stangenkonstruktion zusammengesetzte Unterwasser-Liegen mit einigen Blubberdüsen darunter. Für meine Begriffe braucht man den Pool nicht unbedingt, insbesondere, da er sich aufgrund seiner Größe und insbesondere der hohen Wassertemperatur nicht zum ernsthaften Schwimmen eignet.

Der Service

In den Bewertungen anderer Rezensenten wird immer wieder der Service im Andaz München Schwabinger Tor kritisiert, andere hingegen sind ausnahmslos begeistert. Ich liege irgendwo in der Mitte, was Grund genug ist, dem Service hier einen separaten Absatz zu widmen.

Bereits beim Check-In fiel mir auf, dass die Hintergrundmusik (angesichts unseres Besuchs-Zeitpunkts natürlich mit Weihnachts-Charakter) in der Lobby ein wenig zu laut war, so dass man sich beim Check In und Check Out recht schlecht verstand. Die drei freistehenden Rezeptionsschalter sind dabei mit jeweils zwei Arbeitsplätzen ausgestattet, von denen sich jedoch immer nur einer sinnvoll nutzen lässt, da sich die Arbeitsplätze einfach zu dicht beieinander befinden. Dementsprechend kam es insbesondere zur Check-In- und Check-Out-Primetime täglich gegen 11 Uhr und dann noch einmal gegen 15 Uhr zu längeren Wartezeiten an der Rezeption.

Hingegen wurde an der Rezeption, ähnlich wie beispielsweise auch im Hilton Porto Gaia, in der Lobby direkt hinter dem Windfang ein Ballon mit aromatisiertem Wasser zur allgemeinen Verfügung angeboten.

Kostenfreies aromatisiertes Wasser in der Lobby

Ebenfalls beim Check-In teilte man uns mit, dass wir auf unserem Zimmer vermutlich ein nicht für uns bestimmtes Willkommensschreiben finden würden (es waren dann am Ende sogar zwei), das wir einfach ignorieren sollten. Man wisse aber nicht, ob man uns noch ein eigenes Willkommensschreiben bringen würde. Abgesehen davon, dass das alles datenschutztechnisch sehr problematisch ist, verstehe ich nicht, wieso man die Zimmer nicht vor Anreise der Gäste zuteilt und dann gleich die richtigen Schreiben dort deponiert. Es wirkte an der Rezeption so, als käme diese Situation durchaus häufiger vor. Wir haben jedenfalls kein neues Schreiben bekommen, was uns vermutlich auch zum Nachteil gereicht hat – wie wir an unserem Abreisetag feststellten, wird scheinbar jeden Abend in der Lobby (analog zu Kimpton-Hotels der IHG-Gruppe) eine Art Happy Hour mit Bier, Wein und kleinen Snacks abgehalten, an der alle Gäste teilnehmen können. Über so etwas wird üblicherweise aber in einem Willkommens-Schreiben informiert, weshalb uns das durchgegangen ist. Auch beim Check In war davon nicht die Rede, aber vielleicht ist das auch in der Hintergrundmusik untergegangen.

Immerhin lag auf dem Zimmer jedoch neben den Begrüßungs-Schreiben auch eine Tafel Schokolade (womöglich auch nicht für uns bestimmt?) bereit, mit der Zimmerkarte erhielten wir auch zwei Gutscheine für einfache Freigetränke (Bier, Wein, Softdrinks), die jedoch nur an der Lobby-Bar, nicht jedoch in der Rooftop-Bar des Hotels eingelöst werden konnten.

Aufgrund unseres Buchungskanals wären wir eigentlich auch zu einem Upgrade berechtigt gewesen; hiervon war beim Check In jedoch überhaupt nicht die Rede, auch erhielten wir ein Zimmer der gebuchten 1 King-Bett-Kategorie (möglicherweise stellte aber die Lage des Zimmers mit Blick auf die der Straße abgewandten Seite bereits das Upgrade dar).

Auch im Frühstücksrestaurant war der Service zwar stets bemüht, wirkte teilweise aber etwas überfordert, da man offenbar unter Personalmangel litt. Insgesamt muss ich sagen, dass am Service in diesem Hotel ebenso wie einige gestalterische Elemente vieles mehr wie Schein als Sein wirkte, was aber für diese Art von Hotel durchaus nicht ungewöhnlich ist (und weshalb ich Hotels, die mit „Lifestyle“ werben, eigentlich auch nicht mag).

Frech fand ich darüber hinaus die Tatsache, dass keine öffentliche Eismaschine bereitgestellt wurde, sondern Eiswürfel nur über den Zimmerservice unter Berechnung eines Service-Entgelts in Höhe von 5 Euro erhältlich waren. Da ist man günstiger dran, wenn man einen Beutel Eis selbst bei der einige Hundert Meter vom Hotel entfernten Tankstelle kauft.

Das Zimmer

Video-Roomtour

In der Video-Roomtour zeige ich euch das 1 King-Bett-Zimmer mit Gartenblick im Andaz München Schwabinger Tor.

Das gute an den Zimmern in diesem Hotel ist, dass selbst die kleinste Zimmerkategorie, nämlich das von uns gebuchte 1 King Bett-Zimmer, mit 38 Quadratmetern sehr geräumig und eher wie eine Junior Suite angeordnet ist. Am Zimmereingang befindet sich zunächst eine komplett verschließbare WC-Kabine (dazu gleich mehr), anschließend geht es ins Bad (auch dazu gleich mehr), bevor man den Schlafbereich betritt. Dieser ist durch ein Sideboard mitsamt um 180 Grad drehbarem Fernseher vom Wohbereich leicht abgetrennt, der mit einem Ess- und Schreibtisch, einer am Fenster entlanglaufenden Bank mit Ruheliege und einem Sitzplatz direkt auf der Fensterbank aufwarten kann. Die Leuchte über dem Schreibtisch gibt dabei aber so wenig Licht ab, dass es zum ernsthaften Arbeiten nicht reicht.

Am Kopfende des Bettes liegt hierbei das von beiden Seiten zu betretende Bad, das aus einer mit einem Rollo versehenen Glasscheibe ins Zimmer blickt. Aufgrund der Anordnung mit Schiebetüren auf beiden Seiten und dem Waschtisch vor der großen Scheibe erinnerte mich diese Anordnung ein wenig an den Führerstand einer Lokomotive. Das WC befindet sich hierbei in einem komplett separaten, vom Zimmerflur aus begehbaren Raum – hier fehlt jedoch eindeutig ein kleines Handwaschbecken, denn nach dem Toilettengang muss man zunächst die Tür zum Korridor öffnen, und anschließend die Tür zum Bad, um sich die Hände waschen zu können.

Auch das Zimmer selbst ist mit einer Unzahl von großen Spiegeln (insgesamt 4) ausgestattet, während ausgerechnet der wichtigste, nämlich der am Waschtisch, auch der kleinste ist.

Auf der dem Zimmereingang abgewandten Seite des Bads befindet sich darüber hinaus ein sehr kleiner Kleiderschrank mit einem verschiebbaren Regal davor. Hier hat man bei einem längeren Aufenthalt insbesondere zu zweit kaum genug Platz für alle Klamotten, weshalb ich mich frage, wieso man nicht den gesamten, an sonsten ungenutzten Raum neben dem Bad genutzt hat um beispielsweise eine begehbare Garderobe dort zu installieren.

Zwischen dem Schlaf- und dem Wohnbereich befinden sich im Sideboard, das gleichzeitig als niedriger Raumtrenner dient, zwei Schubladen mit Kaffee- und Teezubereitungsmöglichkeiten (mit der vielfach beworbenen „lokalen Ausrichtung“ nimmt man es hier wohl dann doch nicht so genau, angeboten wurde nämlich Kaffee des Wiener Unternehmens Julius Meinl, obwohl man in München mit der Firma Dallmayr immerhin ein ähnlich ausgerichtetes, lokales Unternehmen hätte) sowie einer mit vier Flaschen Wasser und zwei Flaschen Limonade befüllen Minibar, deren Inhalt kostenfrei konsumiert werden kann und der täglich aufgefüllt wird.

Komplettiert wurde die Raumausstattung durch ein schmales Regal, auf dem diverse Magazine bereit lagen.

Magazinständer auf dem Zimmer

Das Badezimmer-Zubehör hielt sich dabei jedoch in Grenzen, in der Schublade unter dem Waschtisch fanden sich lediglich ein Fön, ein Spender mit Papiertüchern und einigen Päckchen Abschminkpads.

Spärliches Badezimmer-Zubehör

Recht problematisch in diesem Zimmer waren einmal mehr die Lichtschalter, die sich irgendwie unlogisch anfühlten. Insbesondere neben dem WC am Zimmereingang gab es gleich drei Schalter, die allesamt Master-Funktion zu haben schienen (wobei der mittlere Schalter eher aussah als könne man damit das Licht im WC ein- und ausschalten, das ist aber nur innerhalb des WCs möglich), von denen aber keiner zuverlässig sämtliche Lichter im Zimmer löschte.

Verwirrende Lichtschalter am Zimmereingang

Zusätzlich ließ sich hier das Do Not Disturb-Zeichen schalten, wovon wir wie üblich in der Nacht und am Morgen Gebrauch gemacht haben. Leider fehlt hier jedoch das Gegenteil, nämlich das „Please make up room“-Zeichen, mit dem man dem Personal signalisieren kann, dass man längere Zeit nicht im Zimmer sein wird. Dementsprechend war unser Zimmer nach der ersten Nacht (wir hatten das DND-Zeichen bis etwa Mittag an) auch erst nach unserer Rückkehr am Abend fertig.

Sehr gut gelöst hingegen fand ich die automatische Nachtbeleuchtung unterhalb des Betts, die sich automatisch einschaltete, sobald man die Beine aus dem Bett schwang. Diese war auch nicht so hell, dass man Zimmergenossen dadurch wecken würde. Schwierig zu finden ist dagegen die Garderobe nahe der Eingangstür, die sich hinter der geöffneten Badezimmertür befindet und aufgrund ihrer unauffälligen Anordnung auf einer (natürlich) verspiegelten Oberfläche auch nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist.

Die Garderobe auf dem Zimmer versteckt sich hinter der Badezimmertür

Verpflegung

Das Andaz München Schwabinger Tor verfügt neben dem Hotelrestaurant „The Lonely Brokkoli“ (seltsamer Name für ein Steakhouse), in dem auch das Frühstück serviert wird, über eine Lobby-Bar und eine Rooftop-Bar mit dem Namen „M’UNIQO“. Während wir in der Lobby-Bar, in der ein Service am Platz praktisch nicht existent war, nur unsere Willkommens-Gutscheine eingelöst haben, erhielten wir aufgrund unserer AMEX-Buchung ein tägliches Frühstück inklusive. Das Verzehrguthaben in Höhe von ca. 86 Euro haben wir dann am letzten Abend in der Rooftop-Bar verbraucht.

Frühstück

Das im Erdgeschoss liegende Frühstücksrestaurant „The Lonely Brokkoli“ ist für ein Hotel dieser Größe erstaunlich klein – dementsprechend kam es hier insbesondere am Sonntagmorgen auch zu Wartezeiten beim Einlass, obwohl man die Lobby-Bar bereits als Überlaufbereich für das Frühstück genutzt hatte. Ich hatte aber den Eindruck, dass Gäste, die das Frühstück bereits vorab gebucht hatten, bei der Zuteilung von Tischen bevorzugt wurden, was ich grundsätzlich begrüße.

Warteschlange am Einlass zum Frühstücksrestaurant

Das Lokal besteht aus einem einzelnen Raum, an dessen beiden Enden sich jeweils offene Küchen mit dem rundum verlaufenen Buffet befinden. Hierbei wurden wir an beiden Tagen im Abräum-Bereich platziert, was aber vermutlich ein Vorteil war, da die Gäste, die nahe am Buffet saßen, ständig durch sich dort bildende Warteschlangen gestört waren. Überhaupt ging das Abräumen trotz einer geringen personellen Besetzung recht zügig und auch nicht übermäßig laut von Statten.

Das Frühstücksrestaurant vom Eingangsbereich her gesehen

An den beiden Buffets wurde hier eine recht ordentliche, keineswegs jedoch überragende Auswahl frischer Früchte, Müsli, Aufschnitt und wenigen warmen Speisen präsentiert.

Zusätzlich konnten diverse Eiergerichte à la carte beim Servicepersonal nach Ausfüllen einer Bestellkarte geordert werden. Ich hatte am ersten Tag Eggs Benedict bestellt, die jedoch keineswegs gut waren (das Brot war hart, das Ei innen praktisch durch) und auf einem Untertassen-großen Teller serviert wurden, auf denen sich das Gericht schlecht schneiden ließ (mein Ei wurde in hohem Bogen vom Teller katapultiert, als der Teller beim Schneiden plötzlich zur Seite kippte). Am zweiten Tag habe ich daher darauf verzichtet.

Interessant war, dass auf dem Frühstücksbuffet jeden Morgen auch Schaumwein angeboten wurde, während Kaffee- und Teespezialitäten durch das Personal serviert wurden (man hätte sich aber auch an einem Heißwasserbehälter und einer einzelnen Kaffeemaschine selbst bedienen können).

Schaumwein auf dem Buffet, im Hintergrund Heißwasser für Tee und eine Kaffeemaschine

Rooftop-Bar

Die Bar in der obersten Etage des Hauptgebäudes (dieses verfügt auf einer Seite über nur 5, auf der anderen aber über 12 Etagen) erfreut sich insbesondere am Wochenende einer hohen Beliebtheit auch bei Nicht-Hausgästen, weshalb hier am Wochenende eine Reservierung erforderlich sein kann. Da man aber bei einer Reservierung einen Mindestverzehr in Höhe von 25 Euro pro Person erhebt und wir auch noch nicht wussten, um welche Uhrzeit wir überhaupt die Gelegenheit für einen Besuch haben würden, haben wir es darauf ankommen lassen.

Blick in die Bar auf der obersten Etage

Als wir dort an einem Samstagabend gegen 22 Uhr ankamen, teilte man uns mit, dass wir zunächst nur Stehplätze erhalten könnten, man uns aber in Kürze direkt an die Bar würde umplatzieren können. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige der Sitzgelegenheiten entlang den Fenstern wieder frei geworden, diese wurden jedoch nicht mehr neu belegt (ich vermute, dass diese für Gäste mit Reservierung vorbehalten sind).

Die Bar, die sich um den zentralen Gebäudekern herum befindet, ist personell ziemlich gut besetzt (dennoch war der Service nicht immer ganz aufmerksam) und bietet eine ganze Reihe von Getränken einer eher gehobenen Preisklasse an (für Cocktails muss man mit knapp 20 Euro rechnen). Im Sommer wird dazu eine Etage höher noch die Dachterrasse geöffnet, die über einen eigenen Bartresen verfügt und die eine ganz ordentliche Aussicht über München bietet. Bei unserem Besuch war sie zwar als Raucherbereich geöffnet, jedoch nicht bewirtschaftet und teilweise durch Glatteis ein wenig gefährlich zu betreten.

Die Bar selbst war eigentlich ganz in Ordnung (aber auch nicht überragend), ärgerlich für Hotelgäste ist jedoch, dass sie nur über einen Express-Aufzug von der Lobby aus erreichbar ist, so dass bei der Rückkehr auf die Zimmeretage in der Lobby umgestiegen werden muss.

Fazit

Das Andaz München Schwabinger Tor ist für meine Begriffe insgesamt ganz ok, mehr aber auch nicht. Der Service ist durchwachsen, gestalterisch ist das ganze nicht immer so wirklich durchdacht und dabei doch recht hochpreisig. Überzeugen können die geräumigen Zimmer und zumindest zum Teil auch der Wellness-Bereich, während insbesondere Teile des mitunter recht wichtigtuerischen Publikums nicht ganz so mein Fall waren. Hierhin komme ich vermutlich nur deshalb zurück, weil das Hotel sehr nah zu unseren Bekannten, die wir in München besucht haben, liegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert