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Asiana Airlines Business Class Incheon – Hongkong, Airbus A330-300

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Für unseren Ortswechsel von Südkorea nach Hongkong hatten wir uns für einen regulär bezahlten Einweg-Flug in der Asiana Airlines Business Class entschieden. Diese Flüge waren mit ca. 450 Euro pro Person zwar nicht unbedingt günstig, boten uns aber die Gelegenheit, endlich einmal mit dem koreanischen Star Alliance-Carrier, der wohl bald in seiner direkten Konkurrenz Korean Air aufgehen wird, zu fliegen. Wie uns dieser Flug gefallen hat und mit welchen Schwierigkeiten wir uns im Vorfeld des Fluges herumschlagen mussten, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Informationen zum Flug
ZeitpunktNovember 2025
FluggesellschaftAsiana Airlines (OZ/AAR)
VonSeoul Incheon International Airport (ICN/RKSI)
NachHong Kong International Airport (HKG/VHHH)
FlugnummerOZ745/AAR745
Abflugzeit19:25 Uhr
Ankunftszeit22:40 Uhr
Dauer4:15 Stunden
FlugzeugAirbus A330-300 (A333) HL8293
ReiseklasseBusiness (D)
Sitzplatz3K

Vor dem Flug

Los ging dieser Flug tatsächlich nicht wie normalerweise zu erwarten, am Flughafen, sondern bereits einige Stunden zuvor am Hauptbahnhof von Seoul. Hier bieten nämlich diverse, ausschließlich koreanische Fluggesellschaften (die komplette Liste ist auf der Webseite des Bahnbetreibers verfügbar) einen In-Town-Check-In an, bei dem das Gepäck direkt am Bahnhof abgegeben werden kann. Voraussetzung für die Nutzung dieses Dienstes ist ein Ticket für den reservierungspflichtigen Flughafen-Expresszug AREX, das vor Nutzung des Check In online oder an einem Automaten gebucht werden muss.

Das „City Air Terminal“ mit dem In-Town-Checkin am Bahnhof Seoul

Ärgerlicherweise können die Tickets für diesen Zug am Automaten nur taggleich gekauft werden; da der Flughafen-Expresszug reservierungspflichtig ist, können die Züge durchaus ausgebucht sein, was bei unserer Ankunft am Bahnhof gleich mal für die nächsten zwei Abfahrten der Fall war. Da die AREX-Züge auch nicht besonders häufig verkehren (ca. ein bis zwei mal pro Stunde), kann dies durchaus zum Verpassen des Flugs führen, weshalb ich dringend empfehlen würde, die Tickets vorab online zu erwerben. Wir hatten glücklicherweise genug Zeit, mussten uns aber dennoch nach erfolgtem Check-In anderthalb Stunden in der nicht besonders interessanten Gegend um den Hauptbahnhof Seoul um die Ohren schlagen.

Der Check-In selbst verlief ebenfalls ziemlich umständlich – Asiana hatte uns beiden bereits am Abend zuvor unaufgefordert unsere Bordkarten per E-Mail geschickt, so dass wir eigentlich nur noch das Gepäck abzugeben hatten. Dennoch tippte die Dame am Schalter zunächst minutenlang auf ihrem Computer herum und stellte dann merkwürdige Fragen bezüglich unseres Aufenthalts in Hongkong. Es stellte sich heraus, dass man sich offenbar Sorgen machte, wir könnten aufgrund unseres Einweg-Flugs illegalerweise in Hongkong bleiben. Nach Vorzeigen unseres Rückflugtickets ein paar Tage später und meinem (dann doch etwas schnippischen) Kommentar, dass Madame als Staatsangehörige so lange bleiben könne wie sie will, war zumindest dieser Aspekt geklärt. Anschließend gab es noch etwas Verwirrung um Madames doppelte Staatsangehörigkeit (sie war mit dem deutschen Pass nach Korea eingereist, hatte in der Buchung nach Hongkong aber den Pass aus Hongkong hinterlegt), die aber nach einiger Diskussion und Tipperei auch geklärt werden konnte.

Wir haben eine ähliche Situation schon einmal in London erlebt, als es ebenfalls nur um das Aufgeben von Gepäck mit bereits vorhandener mobiler Bordkarte zu Schwierigkeiten wegen seitens des Personals nicht verstandener Einreiseregeln kam – gelernt habe ich daraus, dass ich, sollte ich irgendwo einmal illegal einreisen wollen, dies definitiv ohne Gepäck tun werde. Mit einer mobilen Bordkarte hat man da viel weniger Ärger.

Als der Check-In-Prozess endlich abgeschlossen war, bat man uns, noch 10 Minuten im Check-In-Bereich zu warten (die Gepäckkontrolle findet offenbar bereits am Bahnhof statt) und uns anschließend zum neben dem Check-In liegenden Ausreisebüro zu begeben. Welchen Sinn dieses hat, erschließt sich mir zwar nicht, hier werden aber die Pässe mit einem schnellen Blick schon einmal vorab kontrolliert und man erhält einen Stempel auf die Bordkarte, der am Flughafen zum Zutritt zu einer Priority-Sicherheitskontrolle gewährt.

Als die Abfahrtszeit unseres Zuges gekommen war, begaben wir uns zum Bahnsteig und fuhren in einer Dreiviertelstunde zum Flughafen. Die Züge sind dabei weder besonders schnell noch besonders komfortabel, stellen aber vermutlich immer noch den schnellsten und unkompliziertesten Weg von der Innenstadt von Seoul zum Flughafen Incheon dar.

Ansicht einer Sitzreihe im Flughafen-Expresszug AREX

Am Flughafen angekommen begaben wir uns vom Bahnhof ins Terminalgebäude und dort zur Sicherheitskontrollstelle mit der Nummer 4, die ca. 100 Meter linker Hand des Terminal-Zugangs vom Flughafenbahnhof liegt. Hier können AREX-Passagiere, die am Bahnhof schon die „Ausreiseformalitäten“ erledigt haben, einen separaten Zugang zur Crew-Sicherheitskontrolle nutzen.

Der Zugang zur Priority-Sicherheitskontrolle liegt rechts

Was der Zugang zur Priority-Sicherheitskontrolle mit dem Erledigen von Ausreiseformalitäten am Bahnhof zu tun hat erschließt sich mir zwar ganz und gar nicht, einen deutlichen Vorteil bietet das ganze aber dennoch – da es am Flughafen Incheon keine Priority Lanes für Premium- und Statuskunden gibt, stellt die Nutzung des AREX die einzige Möglichkeit für die Nutzung der Priority-Sicherheitskontrolle dar. Bei unserer Ankunft wurde die Wartezeit an der Kontrollstelle 4 mit 8 Minuten angegeben, hier waren wir definitiv schneller durch die mit CT-Scannern ausgestattete Sicherheitskontrolle. Anschließend geht es, wie eigentlich erwartet, ganz normal zum Ausreiseschalter bzw. zu den automatischen Passkontroll-Gates.

Die restliche Zeit bis zu unserem Abflug verbrachten wir sodann in der Asiana Airlines Lounge West, bevor wir uns auf den Weg zu Gate 25 machten, wo ein etwas chaotischer Boarding-Prozess begann. Offenbar hatten einige Leute die Beschilderung nicht gesehen und sich an der falschen Schlange angestellt, so dass eine ganze Reihe von Passagieren beim Priority Boarding abgewiesen wurden, andere brüllten aus der regulären Schlange heraus, dass sie StarAlliance Gold-Mitglieder seien und bitte an den Priority-Schalter gelassen werden wollten.

An Bord

Asiana Airlines bietet in der Business Class auf dem Airbus A330-300 ein etwas in die Jahre gekommenes, klassisches regionales Business Class-Produkt, das in dieser Form gerade in Asien häufig anzutreffen ist. Hierbei sind zurücklehnbare, jedoch nicht vollkommen flachlegbare Sitze (es handelt sich technisch gesehen hierbei auch nicht um ein „Angled Lie Flat“-Produkt, da die Sitzfläche grundsätzlich horizontal bleibt) in einer 2+2+2-Anordnung in der Kabine zwischen den beiden vorderen Einstiegstüren verbaut und bieten Platz für insgesamt 30 Fluggäste.

Ansicht der Kabine in der Asiana Airlines Business Class auf dem Airbus A330

Die Sitze bieten dabei eine ausgezeichnete Beinfreiheit, jedoch keine Fußauflage. Stattdessen kann eine Beinauflage unter dem Sitz hervorgeklappt werden. Für einen regionalen Flug von 4 bis 6 Stunden ist dies ein vollkommen ausreichendes Produkt. Jedoch werden diese Flugzeuge mitunter auch auf längeren Nachtflügen eingesetzt, weshalb die betroffenen Passagiere in aller Regel nicht so glücklich über diese Kabine sind. Insbesondere ist die Beinauflage nicht besonders stabil und gab unter dem Gewicht meiner Beine regelmäßig nach, was dem Versuch, auf diesen Sitzen für längere Zeit zu schlafen, sicherlich nicht zuträglich ist.

Eindruck der Kabine im Sitzen

Die Waschräume bieten dabei mit Seife, Handcreme, Mundspülung und Zahnputzsets mehr als wir von den ohnehin eher armseligen Business Class-Produkten in Europa gewohnt sind.

Ausstattung im Waschraum der Asiana Airlines Business Class

Als das Einsteigen beendet war, wurden sämtliche Business Class-Gäste persönlich durch das Personal begrüßt, wobei während des gesamten Flugs der linke Seitengang einen besseren Service erhielt als der rechte – hier wurden die Speisekarten bereits vor dem Start ausgegeben und insgesamt ging es dort ein wenig zügiger von statten.

Während es auf einem solch kurzen Flug natürlich kein Amenity Kit gibt, war ich überrascht, dass an jedem Sitz bereits beim Einsteigen neben den eingeschweißten, nicht besonders hochwertigen Kopfhörern auch jeweils ein Paar Hausschlappen lagen.

Kopfhörer und Hausschlappen lagen am Platz bereit

Kurz nach dem Start wurden bei für meine Begriffe leichtem Wetter die Sitzgurtzeichen eingeschaltet und die Flugbegleiter angewiesen, den Service einzustellen. Das ganze dauerte etwa eine Viertelstunde, ohne dass es nennenswerte Turbulenzen gegeben hätte. In Europa hätte man in dieser Situation höchstwahrscheinlich nicht einmal die Anschnallzeichen eingeschaltet. Überhaupt blieben diese während des Großteils des Fluges eingeschaltet, was von den Mitreisenden irgendwann aber weitestgehend ignoriert wurde.

Der Sitz

Die Sitze können, wie bereits erwähnt, sehr weit zurückgestellt, nicht jedoch komplett flach gelegt werden und befinden sich jeweils zu zweit nebeneinander.

Detailansicht der Sitze am Fenster

Zwischen den Sitzen befindet sich neben einer gemeinsamen Ablage, die z.B. für Getränke genutzt werden kann, auch ein minimal ausziehbarer Sichtschutz, der aber nicht wirklich Privatsphäre bietet. Interessanterweise kann die Oberseite der Mittelarmlehnen, unter der sich auch eine Universalsteckdose, der Kopfhöreranschluss und eine USB-A-Ladebuchse befinden, wahlweise weggeklappt werden, wodurch sich die zur Verfügung stehende Sitzbreite unter Verzicht auf die Armlehne auf einer Seite geringfügig erweitern lässt.

Die Mittelarmlehne kann weggeklappt werden

In der äußeren Armlehne befindet sich darüber hinaus der Entertainment-Controller (dieser ist jedoch auf dem Stand der frühen 2000er-Jahre, auch ist die Bildschirmauflösung nicht besonders hoch), ebenfalls auf dieser Seite findet man die Kontrollen für die elektrische Sitzverstellung.

Wie üblich bietet diese Art von Sitzen eine ausgezeichnete Beinfreiheit und ausreichend Sitzkomfort für einen 4- bis 6-stündigen Flug bei Tage, tatsächlich würde ich auf diesem Produkt aber keinen langen Nachtflug absolvieren wollen.

Beinfreiheit in der Asiana Airlines Business Class

Verpflegung

Als nach dem Start die vorübergehende Suspendierung des Service wieder aufgehoben wurde, servierten die Flugbegleiter ein Abendessen. Vorab gab es dabei zwar kein heißes Tuch, dafür aber ein eingeschweißtes Erfrischungstuch.

Eingeschweißtes Erfrischungstuch vor dem Essen

Zur Auswahl standen dabei neben einer durchaus reichhaltigen Getränkeauswahl jeweils ein westliches und ein koreanisches Menü.

Wir entschieden uns beide für das koreanische Menü, das uns irgendwie mehr ansprach. Während vor dem Essen kein Aperitif gereicht wurde, fragte man aber bereits bei der Bestellung nach unseren Getränkewünschen. Merkwürdigerweise kam man am Ende dann aber doch mit den Getränke-Trolley durch den Gang und fragte noch einmal.

Das koreanische Menü, zu dem im Übrigen im Gegensatz zum westlichen Menü kein Brot angeboten wurde, begann zunächst mit einer kleinen Vorspeise, die für meinen Geschmack jedoch etwas kräftiger gewürzt hätte sein dürfen.

Koreanische Vorspeise in der Asiana Airlines Business Class

Interessant war auch, dass die koreanische Vorspeise nur auf einem Teller serviert wurde, während die Mitreisenden, die das westliche Menü bestellt hatten, direkt zu Beginn ein Tablett mit allerlei Zubehör erhielten. Auch wurden während des Essens den Gästen mit westlichem Menü diverse Optionen zum Nachwürzen (Tabasco, Worchestersauce, Senf etc.) angeboten. Dennoch sah das westliche Menü auch in seiner Präsentation ein wenig unspektakulär aus, so dass wir froh waren, die koreanische Option gewählt zu haben.

Hauptgericht des koreanischen Menüs in der Asiana Airlines Business Class

Überhaupt wurde während des Essens ein ausgezeichneter und sehr aufmerksamer Service geboten. Immerhin standen für die 30 Fluggäste in der ausgebuchten Business Class-Kabine ganze drei Flugbegleiter zur Verfügung.

Zum Abschluss des koreanischen Menüs wurden dann ganze zwei Nachspeisen nacheinander serviert, bevor das Personal eine Runde mit einem Trolley mit Kaffee und Tee zum Abschluss der Mahlzeit drehte.

Insgesamt muss ich sagen, dass das gesamte Menü (mit Ausnahme vielleicht der koreanischen Vorspeise) wirklich ausgezeichnet war und vermutlich eines der besten Abendessen darstellte, die ich in letzter Zeit in Flugzeugen serviert bekommen habe.

Ankunft

Nach unserer Ankunft in Hongkong konnten wir die Einreisekontrolle dank Registrierung für den E-Channel für die Einreise nach Hongkong binnen Sekunden hinter uns bringen. Um so überraschter waren wir, als bereits wenige Minuten nach unserer Ankunft am Gepäckband die ersten Koffer ausgespuckt wurden. Im Gegenzug zu unserer Ankunft in Incheon mit der Lufthansa wurden hier auch die Priority-Tags an den Koffern honoriert, so dass wir uns schon etwa 10 Minuten nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug auf den Weg zum Airport Express in die Innenstadt machen konnten. Insbesondere bei einer Ankunft am späten Abend ist dies natürlich äußerst angenehm.

Fazit

Eigentlich ist es schade, dass dieser Bericht bei seinem Erscheinen eigentlich schon obsolet ist – die Marke Asiana wird über kurz oder lang verschwinden und in Korean Air aufgehen. Auch das Erlebnis auf diesem Flug wusste durchaus zu überzeugen, auch wenn das Hartprodukt nicht mehr so wirklich auf der Höhe der Zeit ist. Aber sowohl der Service an Bord als auch die Qualität der Mahlzeit ist grundsätzlich als einwandfrei zu bezeichnen, lediglich das etwas umständliche Prozedere am Check-In hinterlässt einen etwas schwachen Eindruck (das ist aber vermutlich eher dem beauftragten Dienstleister geschuldet). Hätte die Marke Asiana auch über das Jahr 2026 hinaus noch Bestand, würde ich nicht zögern, erneut ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen.

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