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Turkish Airlines Business Class Istanbul – Düsseldorf, Airbus A321neo

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Nachdem wir unseren knapp fünfstündigen Aufenthalt am Flughafen Istanbul zunächst in der Turkish Airlines Business Class Lounge und anschließend in der iGA Lounge verbracht hatten, wurde es Zeit für unseren letzten Flug auf dieser Reise zurück zu unserem Heimatflughafen Düsseldorf. Wir waren insbesondere nach der ziemlich mittelmäßigen Erfahrung auf der vorangegangenen Langstrecke sehr gespannt, wie sich der Service in der für europäische Verhältnisse pompös ausgestatteten regionalen Business Class von Turkish Airlines schlagen würde. Alles hierzu erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Informationen zum Flug
ZeitpunktNovember 2025
FluggesellschaftTurkish Airlines (TK/THY)
VonIstanbul Airport (IST/LTFM)
NachFlughafen Düsseldorf (DUS/EDDL)
FlugnummerTK1525/THY7ZS
Abflugzeit11:45 Uhr
Ankunftszeit13:05 Uhr
Dauer3:20 Stunden
FlugzeugAirbus A321neo (A21N) TC-LSN
ReiseklasseBusiness (I)
Sitzplatz2A

Vor dem Flug

Turkish Airlines scheint für seine Flüge grundsätzlich eine Boarding-Zeit eine Stunde vor Abflug anzusetzen – unabhängig von der Kapazität der eingesetzten Flugzeuge und unabhängig davon, dass praktisch sämtliche anderen Airlines das Boarding selbst großer Maschinen in höchstens einer Dreiviertelstunde abschließen (und auch unabhängig davon, dass unsere Maschine zu diesem Zeitpunkt gerade erst am Gate eingetroffen war). So wurde auch auf diesem Flug eine Boarding Time eine Stunde vor Abflug angezeigt, zu der wir uns zu unserem Gate im Abflugbereich B begaben. Sinnvollerweise wurden hier die Bordkarten bereits beim Betreten des Gate-Wartebereichs (der rundum verglast ist und somit nicht wahllos betreten und verlassen werden kann) mit den Personaldokumenten abgeglichen, so dass dieser Schritt bei der eigentlichen Bordkartenkontrolle entfällt.

Im Gate-Wartebereich mussten wir dann noch eine ziemliche Zeit warten, da sich der Einsteigevorgang zu verzögern schien. Erst als der Flug nach Stuttgart am benachbarten Gate (der zu einer ähnlichen Zeit abfliegen sollte) bereits komplett geboarded war, wurde unser Flug ca. 45 Minuten nach der offiziellen Boarding Time ebenfalls zum Einsteigen aufgerufen. In der Zwischenzeit hatte sich schon eine sehr lange Warteschlange vor der Bordkartenkontrolle gebildet (es standen aber auch nicht ausreichend Sitzplätze am Gate zur Verfügung), so dass wir einen ziemlich chaotischen Einsteigevorgang befürchteten. Zunächst wurden überdurchschnittlich viele PRMs (d.h. mobilitätseingeschränkte Passagiere) und Familien mit Kleinkindern geboarded, anschließend ging der restliche Boarding-Vorgang aufgrund des einsetzenden Herdentriebs wie befürchtet sehr chaotisch vor sich.

An Bord

Turkish Airlines stattet seine regionalen Flugzeuge (d.h. solche, die über die Grenzen der Türkei hinaus nach Europa oder den Nahen Osten eingesetzt werden) grundsätzlich mit einer „echten“ Business Class-Kabine aus. Dabei kommen auf längeren Flügen, darunter beispielsweise auch nach Düsseldorf oder Stuttgart, regelmäßig auch Großraumflugzeuge (in der Regel vom Typ Airbus A330-300) zum Einsatz. Unser heutiger Flug nach Düsseldorf sollte jedoch „nur“ von einem Airbus A321neo durchgeführt werden, was aber auch bedeutete, dass wir das neueste Sitzprodukt würden erleben können.

Beim Verstauen unseres Handgepäcks in den Overhead Bins hatten wir zunächst gewisse Schwierigkeiten, da sämtliche Overhead Bins in den ersten zwei Reihen durch die in Reihe 1 sitzende Familie komplett belegt worden waren. Hier würde ich mir einmal mehr wünschen, dass seitens des Personals darauf geachtet wird, dass einzelne Fluggäste nicht mehr Platz in Anspruch nehmen als ihnen grundsätzlich zusteht.

Kurz nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, wurde zunächst ein Willkommensgetränk angeboten (ich habe mich dieses mal für Erdbeerlimonade entschieden) und die Getränkebestellungen für den Aperitif nach dem Start wurden aufgenommen.

Willkommensdrink in der Turkish Airlines Business Class

Während des gesamten Services war die Crew, die aus zwei Personen für die mit 20 Personen ausgebuchte Business Class-Kabine bestand, zwar nicht wirklich freundlich, aber überaus effizient. Als während des Flugs der vordere Waschraum eine zeitlang dauerbesetzt war, merkte man sich sogar die Reihenfolge der wartenden Passagiere und informierte diese persönlich, dass sie nun an der Reihe seien. Im Business Class-Waschraum wird hierbei ebenfalls mit Handseife, einer Handcreme und einem Eau de Toilette eine solide Auswahl an Amenities angeboten.

Amenities im Waschraum der Turkish Airlines Business Class

Unmittelbar nach dem Start wurde ein heißes Tuch und der bestellte Aperitif, zusammen mit einer Tüte türksiche Haselnüsse serviert.

Aperitif nach dem Start

Für das auf diesem Flugzeugtyp ebenfalls angebotene WiFi mussten wir uns im Übrigen nicht erneut registrieren, offenbar waren unsere Geräte noch von unseren Logins auf dem vorangegangenen Flug (der auf dem selben Ticket gebucht war) bekannt und wurden wiedererkannt.

Der Sitz

Die Schmalrumpf-Flugzeuge der A321-Familie sind dabei mit vier oder fünf Reihen Business Class in einer 2+2-Bestuhlung möbliert, wobei im A321neo Sitze des Typs MiQ von Collins Aerospace zum Einsatz kommen.

Sitze in der ersten Reihe der Turkish Airlines Business Class

Der Sitzabstand ist dabei nicht unbedingt höher als in „herkömmlichen“ europäischen Business Class-Kabinen, jedoch sitzt man hier natürlich aufgrund der breiteren Sitze deutlich bequemer, auch wenn ich die Sitzlehne im hochgestellten Zustand ein wenig zu steil und die in gewissen Grenzenb höhenverstellbare Kopfstütze recht unbequem fand, weil sie doch recht weit vorsteht.

Die Sitze lassen sich dabei manuell verstellen, wobei ich wieder einmal anmerken muss, dass ich die verstellbare Beinauflage mit Fußablage in dieser Konfiguration absolut verzichtbar finde, da sie den ohnehin begrenzten Fußraum nur noch weiter einschränkt.

Jeder Sitz ist dabei auch mit einer USB-Ladebuchse und einer Universalsteckdose ausgestattet, die sich unter der Mittelarmlehne befinden.

Lademöglichkeiten am Sitz in der Turkish Airlines Business Class

Insbesondere in Europa auch ungewöhnlich für ein regionales Business Class-Produkt ist der überraschend große persönliche Monitor in der Vordersitz-Lehne, der ein Unterhaltungsprogramm bietet, das kaum hinter dem eines Langstreckenflugs zurückbleibt. Zusätzlich zum Monitor kommen auch Entertainment-Controller mit eigenem Bildschirm zum Einsatz, so dass dieser Aspekt der Kabine keinerlei Wünsche offen lässt. Tipp: Die bei der Inbetriebnahme des Entertainment-Systems abgespielten Werbeanzeigen können über ein Schließen-Symbol auf dem Monitor auch übersprungen werden, was nicht gleich auf den ersten Blick deutlich wird.

Ganz angenehm fand ich auch, dass trotz des Vorhandenseins persönlicher Bildschirme während des gesamten Flugs die Karte mit dem Flugfortschritt auf den ebenfalls vorhandenen ausklappbaren Decken-Monitoren angezeigt wurde.

Ungünstig an dieser Sitzkonfiguration ist nur der ausklappbare Tisch, der sich zum einen nicht schwenken lässt (bei ausgeklapptem Tisch kann man dementsprechend den Sitz nicht verlassen) und zum anderen auf der der Mittelkonsole abgewandten Seite nicht aufliegt, so dass er nicht besonders stabil ist und ggf. beim Essen oder dem Tippen auf einem Laptop mit den Oberschenkeln unterstützt werden muss.

Verpflegung

Das Mittagessen, das auf unserem Flug serviert wurde, entsprach mit Vorspeise, einem warmen Hauptgericht mit Beilagen und einem Dessert mehr oder weniger Langstrecken-Niveau. Schauen wir uns zunächst einmal die Speise- und Getränkekarte an:

Für meine Begriffe steht diese Auswahl den Menüs, die man üblicherweise auf der Langstrecke erwarten würde, in nichts nach – ganz im Gegenteil, bietet man doch hier immerhin (im Gegensatz zu unserem vorangegangenen Langstrecken-Flug) mit Rakı auch eine lokale Spirituose an).

Besonders gefreut hat mich darüber hinaus, dass mit Adana Kebap auch eine meiner bevorzugten Speisen der türkischen Küche angeboten wurde. Ich hatte zwar ein wenig Bedenken hinsichtlich der Qualität (aufgrund der schlechten Erfahrungen des vorherigen Flugs), muss aber sagen, dass alle Speisen von diesem Menü absolut ausgezeichnet waren.

Der Umfang der Mahlzeit war dabei kaum geringer als auf der Langstrecke, während die Qualität haushoch überlegen war. Dazu kam, dass auch der Service auf diesem Flug ungleich aufmerksamer war, so wurde beispielsweise regelmäßig Getränke-Nachschlag angeboten, nach dem Essen gab es dann auch noch einmal ein heißes Tuch. Genau so stelle ich mir eigentlich den Service auf einem Flug der hochgelobten Turkish Airlines vor.

Fazit

Bei mir hat sich inzwischen ein Verdacht gebildet: nach einem enttäuschenden Langstrecken- und einem überaus exzellenten Kurzsteckenflug kommt es mir so vor, als trüge vor allem die wirklich überdurchschnittliche Leistung von Turkish Airlines auf innereuropäischen Flügen zu deren guten Ruf bei. Hier hat man wirklich gegenüber allen (ja, allen!) von mir bisher geflogenen europäischen Airlines die Nase weit vorne, wenngleich man natürlich berücksichtigen muss, dass wir inzwischen von Lufthansa, Eurowings & Co so im negativen Sinne verdorben sind, dass sich unsere Erwartungen an solche Flüge unterhalb des Bodenniveaus befinden. Da sticht eine Gesellschaft wie Turkish Airlines mit Service auf Langstrecken-Niveau auf regionalen Flügen natürlich deutlich hervor, obwohl ein Vergleich mit anderen europäischen Airlines aufgrund des völlig anderen Service- und Qualitätsansatzes eigentlich gar nicht wirklich möglich ist. Mein endgültiges Fazit zu dieser Reise ist jedenfalls, dass ich zu keinem Zeitpunkt zögern würde, Turkish Airlines innerhalb Europas wieder zu buchen. Auf der Langstrecke hingegen würde ich mir das zukünftig zwei mal überlegen.

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